Archiv/Coppelia/Dance Floor extra

Ballett & warum es eine Schlange sein musste!

46_Coppelia_im_Heu_Wunderwaldverlag_140Bettinas allerliebster Werkstattbericht zu ihrem allerersten Ballettroman

Alicia und ich bezeichnen uns als „faunophil“, was, wenn wir Glück haben, tierlieb bedeutet. (Wenn nicht, hatten wir sehr lustige zehn Minuten.) Deshalb wollten wir unbedingt „was mit Tieren“ schreiben, die eine große Bedeutung für den Plot haben.
Wie ich schon im Post Warum Österreich fast so gut ist wie Rumänien geschrieben habe, wäre der Plot beinahe im australischen Outback gelandet, weil Alicia es so wollte. Sie liebt nämlich Koalabären. Dieses putzige, Eukalyptus verputzende Bärchen, das zu den Beuteltieren zählt, hätte den Anstoß zum Kuss zwischen Dominik und Sofia geben sollen – und hätte damit quasi das Ende des Romans eingeläutet, jedenfalls in der Ursprungsfassung. In diesem Stadium hieß Sofia auch noch Sophie, sprich: Soufi, und stammte aus Adelaide, und Dominik war ein frankokanadischer Musiker auf Selbstfindungskurs.
So, und dann landeten wir schließlich in Österreich. Dort gibt es keine Koalabären. Und die lassen sich bestimmt auch nicht in einer Scheune einsperren, ohne dass man sie bemerkt, wenn man mitten in der Nacht in diese Scheune einbricht. (Und wir fanden es grausam, so ein armes, putziges, von Blähungen geplagtes Bärchen mitten in der österreichischen Kälte frierend vom Balken hängen zu lassen.) Die Alternativen hießen Schnabeltier – daraus wurde Carsten, der Feuerwehrmann – Schnabeligel – der wurde wieder nach Australien geschickt – Kiwi – ein Zooausbrecher – und Kaninchen, weil es davon in Australien sehr viele gibt. Nun ja, ein Kiwi ist zwar lustig, aber uns fiel partout nicht ein, warum er sich in einer österreichischen Scheune verstecken sollte, zumal der nächste Zoo in Salzburg ein paar hundert Kilometer entfernt gewesen wäre. Kaninchen haben nichts Bedrohliches an sich. Und wir konnten uns auch nicht vorstellen, dass zwei Verliebte sich küssen, nur weil ihnen in der Dunkelheit ein Kaninchen über die Beine flitzt. („Hey, schau mal, ein Kuschelkaninchen – knutsch!“) Und abgedroschen ist das Karnickel als Fruchtbarkeitssymbol sowieso.
Vielleicht hätten wir noch ein Killerkaninchen eingebaut, wenn, ja, wenn uns nicht die Schlange eingefallen wäre. Ausgerechnet in einer katholischen Gegend mit Schlangen zu hantieren, mag auf den ersten Blick lautes Gähnen hervorrufen. Wenn ihr fertig gegähnt habt, lest, warum uns dieses Klischee mit der Schlange im Garten Eden nicht schreckte: Alle o.g. Tierchen werden mit kuscheln, flauschig, liebhaben assoziiert. Sie sind sozusagen die Katzen für Arme. Aber Katzen gibt es schon genug in der digitalen Welt der Bücher – also her mit den gefährlichen, ekeligen und trotzdem klugen Bestien, die uns arg fehlen würden, kümmerten sie sich nicht um das Ungeziefer, das die Ernte anknabbert und Krankheiten überträgt.
Also hier noch mal ganz offiziell der Spoiler für Unentschlossene: In diesem Liebes kommt eine waschechte Schlange der besonders gefährlichen Sorte vor. Und gäbe es sie nicht, wäre die Geschichte zwischen Dominik und Sofia ganz anders verlaufen.

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