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Ballerina High: Nikija und Solor

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Im Ballett geht es nicht ohne das höchste Himmelsgeschenk – die Liebe! Während der Romantik ersannen Künstler immer neue Varianten der guten, alten Boy-meets-Girl-Story, wobei man großen Wert auf die unfehlbaren Charaktereigenschaften der Figuren legte. Dass sich daraus gewisse Stereotypien entwickelten, war wohl unvermeidbar. Und so komme ich zur nächsten, sehr weiblichen Ballettfigur, die 121 Jahre nach der russischen Erstaufführung auf eine deutsche Bühne kam: Nikija, die Tempeltänzerin.

Nikijas Geschichte ist an Tragik nicht zu überbieten. Kurz gesagt: Sie wird nach Strich und Faden beschissen! Denn eigentlich hätte sie den Krieger Solor heiraten sollen, aber … da war noch eine andere. Besonders bitter ist, dass die beiden sich liebten, aber der Schöpfer Marius Petipa hatte Anderes mit ihnen im Sinn und zog sein Ding eiskalt durch. Nikija starb durch einen Schlangenbiss vor der Vermählung ihres Verlobten mit der Anderen, und weil das nicht reichte, ging im letzten Akt #der komplette Tempel mit Solor und Konsorten in einem Flammenmeer unter. Aus die Maus! Vielleicht hat es deshalb von 1877 bis 1998 gedauert, dass diese Oper von Patrice Bart wiederentdeckt wurde, der sie mit dem Bayerischen Staatsballett aufführte.

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