Textflash Quintessenz

NaNoWriMo: Der Wahnsinn?

In den Netzwerken, in denen ich mich herumtreibe, geht momentan der novemberiale Schreibwahnsinn ab. Ich wollte dieses Mal zwar auch mal dabei sein, aber wenn ich lese …

… dass der Countdown auch von gesundheitsbewussten Auf-Gemüse-Schwörern bis zum Beginn des NaNoWriMo in Schokolade, Chips und Salzstangen berechnet wurde …

… dass sich sonst ziemlich coole Mitschreiber plötzlich dem Druck aussetzen, Wort-Tagesziele zu erreichen, die einem mittleren Einkommen in Euronen entsprechen …

… dass Verzweiflung ausbricht, wenn diese Tagesziele nicht erreicht werden …

… dass sich bereits heute, am 2. Tag, die ersten Ermüdungserscheinungen bei Teilnehmern bemerkbar machen …

… dass schon jetzt Schreiber erkennen, dass sie ihre Taktung bis zum Ende des Monats nicht durchhalten können …

… dann verschiebe ich meine Teilnahme stillschweigend auf das Jahr 2076 und hoffe, dass man die Ergüsse trotzdem irgendwo mal zu lesen bekommt. Die Schreiber haben’s verdient!


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Bildnachweis Paul Foot – http://www.flickr.com/photos/footy/2663507890/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4565200

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7 Kommentare zu “NaNoWriMo: Der Wahnsinn?

  1. Ja, ja, JA! Lass uns einfach entspannt auf dem Sofa zurücklehnen und verwundert wohlwollend diese Mechanisierung der Kreativität bewundern 🙂
    Obwohl ich also zu denen gehöre, die ratlos-verwirrt ob dieser Sache auch 2076 nicht beim NaNo mitmachten würden (so, als Voraussetzung, die Langlebigkeitspille erfunden wurde …), kann ich doch den Grundgedanken verstehen, dieses „gemeinsam bekomme ich das hin“, dieses „endlich einmal kontinuierlich schreiben ohne Ausreden“ – und so. Finde ich schön. Aber wirklich verstehen was an Wortzahlen gut sein soll …

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  2. Hm, ich muss sagen (und habe es an anderer Stelle auch schon gesagt), dass ich den NaNo mehr als Anlass, denn als Muss sehe. Ich reiße mir jetzt auch keine Beine aus, um jeden Tag das Soll zu erreichen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich, wenn mir nichts dazwischen kommt, einen Roman mit ~120.000 Wörtern sowieso in zwei Monaten schreibe. Da ist der NaNo für mich vom Pensum nicht die große Herausforderung und auch nicht zwingend eine Mechanisierung meiner Kreativität.

    Ich kann deine Argumente aber alle sehr gut verstehen, Michaela. Insbesondere die zu den Punkten Druck, Verzweiflung und Ermüdung. Deswegen werde ich nicht müde, dort, wo ich es kann, den Spaßcharakter der Veranstaltung zu betonen.

    Manchmal habe ich aber auch den Eindruck, damit einer Minderheit anzugehören.

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      • Erschütternd eigentlich, wenn das so ist. Ich komme im Moment nicht so viel zum Lesen auf anderen Blogs, was ich ein wenig als Nachteil empfinde.

        Ja, was macht mir Spaß – wie schon gesagt, ich bin einer von denen, die gerne Wörter zählen und einem Roman beim Wachsen zusehen. Deswegen kommen mir die Statistikfunktionen des Webinterface natürlich entgegen.

        Weiter macht mir Spaß, dass ich jeden Tag neu motiviert werde. Selbstverständlich kommt die Motivation aus mir selbst heraus, das weiß ich. Aber so ein wenig Druck kann ja helfen, sie herauszukitzeln.

        Und last, but not least, gibt es da ja wirklich den Austausch mit anderen Teilnehmern, dieses Communitygefühl.

        Wie gesagt: Man darf es halt nicht übertreiben mit dem (falschen?) Ehrgeiz.

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  3. Pingback: Neues vom NaNo: Warum mache ich das überhaupt? | Nike Leonhard

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