Textflash Quintessenz

Self-Publishing: Wollt ich das wirklich?

Inzwischen bin ich im 7. Monat – nein, nicht schwanger, aber Self-Publisherin oder Hybridautorin oder … in erster Linie jedenfalls ich. Die ersten Monate waren trotz aller Vorkenntnisse sehr aufregend für mich und, im Nachhinein betrachtet, nicht weniger anstrengend als das „Leben“ als Verlegerin.

Warum? Weil ich einen Fehler gemacht habe. Ich dachte, die Branche besser zu durchschauen, wenn man als n.n.bez. Teil in ihr aktiv ist, also flexibler auf Entwicklungen reagiert und auch mal seinen Senf zu verschieden Themen dazugibt, weil man nicht auf eine einzelne Rolle festgelegt ist. Ich fand es z.B. super, dass man mit einer Presse-Akkreditierung kostenlosen Eintritt bei der Frankfurter Buchmesse hat. (Wusstet ihr nicht? Jetzt aber fix notieren fürs nächste Jahr!) Ich beobachte die Entwicklung, bei solchen Gelegenheiten verstärkt auf Branchen-Blogger zuzugehen, mit großem Interesse. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis Blogger, Self-Publisher und alle anderen, die nicht in die traditionelle Branchenschublade passen, wirklich ernst genommen werden.

Weil es ist doch so: Freier Eintritt ist eine feine Sache, wenn man sich hinterher positiv über eine Veranstaltung äußert. Das bedeutet aber leider im Gegenzug nicht, dass die anderen Produkte, die ich ja auch noch dabei habe – meine Romane ohne Ullstein-Label – für die Eintrittskartenstifter interessanter werden. (Auch nicht mit einem Ullstein-Roman im Rücken.) Ja, ich weiß, man kommt nur an den Stellen zusammen, an denen man gemeinsame Interessen hat. Aber teilweise empfinde ich dieses „Na, dann lassen wir sie eben kostenlos als Berichterstatter rein“ schon ziemlich gönnerhaft.

Ich weiß nicht, ob man das Verteilen von Goodies wirklich als „Branchenöffnung“ bezeichnen kann; es kommt mir manchmal vor wie das Bonbon, damit endlich Ruhe im Karton ist. Vielleicht ist es auch nur der für meinen Geschmack viel zu spät erfolgte erste Schritt der „Profis“ auf die sog. Hobby-Schreiberlinge zu, weil man sie nicht mehr ignorieren kann. Und ich hoffe ganz stark, dass es nicht nur bei dem kostenlosen Eintritt bleibt, sondern dass sich auch der Trend, dass Verlage immer öfter in die SPler-Ecke schielen, fortsetzt.

Fazit: Die momentane Wahrnehmung der Self-Publisher in der Branche ist ein guter Anfang. Aber es fehlt noch ein Stück, bis man sagen kann, dass SPler ein akzeptierter und integrierter Teil davon geworden sind.


Willst du in meinen Newsletter? Schreib mir: http://midnight.ullstein.de/ebook/schweig-still/lektorat@textflash.de | Besuch mich auf Twitter: http://twitter.com/Textflash | Besuch mich bei Facebook: http://www.facebook.com/Micha.Stadel | Oder kommentiere einfach unter diesem Post!


Bildnachweis thierry ehrmann – https://www.flickr.com/photos/home_of_chaos/2550922632/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43990640

Advertisements

3 Kommentare zu “Self-Publishing: Wollt ich das wirklich?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s