2085/Textflash Quintessenz

2085: Fluch und Segen der Wissenschaft

2085_cover01c_u1_500Es ist schon ein Kreuz mit der Wissenschaft. Da entwickelt man für die Menschheit so wundervolle Dinge wie kybernetische Gefäßwände oder nachwachsende Gliedmaßen und ermöglicht damit ein besseres oder längeres, auf jeden Fall: angenehmeres Leben. Scheinbar.

Doch was machen diese undankbaren Geschöpfe? Sie lassen sich unvorsichtigerweise in Kältekammern einsperren, was ihre Gefäßwände kristallisieren lässt. Oder sie fliegen auf Skyboards aufeinander zu und schwingen dabei Samuraischwerter wie tjostende Ritter, weil sie sonst nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen – und sind danach um ein paar Gliedmaßen ärmer. Man kann ja alles reparieren!

Der Teenager Billy ist so ein Fall. Er will Spaß und hat einmal definitiv zu viel Gas gegeben. Nun wartet er den Erfolg der Gentherapie ab, der er sich im MyFair-Gesundheitspark unterzieht. Acht Wochen für zwei nachgewachsene Hände – das ist nicht viel. Dass an einer Hand nur vier Finger wachsen, lässt sich mit einer neuen Gencodierung rasch beheben. Wir gehen wundervollen Zeiten entgegen!

Andererseits: Wenn das Leben so einfach zu erhalten ist, wie wertvoll ist es für das Individuum überhaupt noch? Fordert das Wissen, dass man alles „ersetzen“ kann, nicht geradezu Überheblichkeit heraus? Muss man alles ausprobieren, nur weil man die Konsequenzen nicht (mehr) fürchten muss?

Eridanus Verlag

 

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3 Kommentare zu “2085: Fluch und Segen der Wissenschaft

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