Textflash Quintessenz

Sind Fehler in Büchern wirklich umverzeihlich?

Ja, die Fehler in Büchern … Zugegeben, sie sind ärgerlich. Meist stört es, über einen Fehler zu stolpern, der Lesefluss wird unterbrochen, man wird rausgerissen etc.pp. Vielleicht explodiert irgendwo auf der Welt auch ein Gehirn, wenn jemand einen Fehler erkennt, den ein Lektor eigentlich hätte entdecken müssen, denn schließlich (hoffentlich!) hat er dafür Geld bekommen.

Auf der anderen Seite frage ich mich, was passiert, wenn jemand z.B., öhm, einen Bleistift falsch herum hält. Wenn ein Mitarbeiter 1 Minute zu spät zum vereinbarten Gespräch kommt. Wenn in der Buchhaltung ein Zahlendreher passiert. Wenn … wenn Menschen Fehler bei einer Tätigkeit machen, für die sie Geld bekommen. Werden die alle automatisch arbeitslos? Wahrscheinlich nicht, weil es auch darauf ankommt, welche Auswirkung ein Fehler hat und wie viele Fehler unterlaufen. (Und ob der Fehlerfinder in der Lage ist, angemessen zu reagieren.) Die meisten Fehler kann man überlesen und später korrigieren, falls nötig. Aber es stirbt in der Regel niemand an einem Wortfehler, den evtl. sogar zwei Lektoren übersehen haben.

Fazit: Erst mal ist kein übersehener Wortfehler in einem Buch so schwerwiegend, dass man jemand dafür hinrichten und mit Begriffen wie unverzeihlich oder katastrophal belegen müsste, auch wenn derjenige damit Geld verdient. Schon gar nicht das Buch. Menschen machen Fehler. Akzeptiert es und lebt damit. DoppelpPünkt:

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3 Kommentare zu “Sind Fehler in Büchern wirklich umverzeihlich?

  1. Ja. Es kommt auf die Masse an … Wenn es scheint, dass NIEMAND sorgfältig gearbeitet hat, ist es „unverzeihlich“. Aber, wenn man mit dem „ordentlichen“ Rest leben kann … wenn am Ende kein schales Gefühl bleibt … Ein defektes HH-Gerät tauscht man um, wenn es nix taugt. Ein „defektes“ Buch ist das letzte, das gekauft wird. Man will es nicht mal umtauschen.

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  2. Stimme Katharina zu: Die Masse machts. Ein Buch ohne jeden Druckfehler ist ohnehin eine goldene Seltenheit. Wenn sich hier und da mal einer einschleicht, macht das wahrlich nichts. Aber: Mir gehen 1) die Druckfehler auf die Nerven, die seit mehreren Auflagen nicht korrigiert wurden (etwa in meiner aktuellen Lektüre von Marcel Proust) und 2) schludrig gemachte Bücher (ja, da muss auch ich, sorry, auf uns SPler schimpfen). In einem fand ich beispielsweise schon beim Eingangszitat auf der ersten Seite ein Zitat von „Henrik Ipsen“. Und dementsprechend fehlerreich war der ganze Roman, sodass ich die Lektüre tatsächlich genervt abbrach …
    Liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

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